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Pro: Anh
Natürlich ist es besorgniserregend, wenn Ärzte Krankenakten manipulieren, um bestimmte Patienten zu bevorzugen – so jüngst geschehen an Kliniken in Göttingen, München und Regensburg. Aber das sind Einzelfälle, die nicht an meiner Überzeugung rütteln können: Ja zur Organspende!
Die Rechtslage ist eindeutig. So heißt es im Transplantationsgesetz: „Die Bereiche Organentnahme, -vermittlung und -transplantation sind organisatorisch und personell voneinander zu trennen.“ Bei der gemeinnützigen Stiftung Eurotransplant laufen alle Informationen über Spenderorgane zusammen, die dann je nach Dringlichkeit verteilt werden. Die nun aufgedeckten Fälle werden dazu beitragen, die bisherigen Schlupflöcher zu schließen.
Zu solchen Straftaten kommt es außerdem deshalb, weil es zu wenig Menschen gibt, die sich zu einer Organspende bereit erklären. Im schlimmsten Fall führt dieses fehlende Spenderangebot dazu, dass beispielsweise Flüchtlingen gewaltsam Organe entnommen werden, mit denen dann Organhändler ihr Geld machen.
In Deutschland muss niemand Angst haben, dass ihm fälschlicherweise noch zu Lebzeiten Organe entnommen werden. Erst wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod des Patienten festgestellt haben, kommt es auch wirklich zur Organentnahme – vorausgesetzt der Verstorbene war als potentieller Organspender gemeldet.
Jeder sollte sich vor Augen halten: Auch er oder sie kann von einem Tag auf den anderen auf ein Spenderorgan angewiesen sein. 3.846 Menschen hatten 2011 das Glück, ein Spenderorgan transplantiert zu bekommen. Diesen stehen mit rund 12.000 fast drei Mal so viele gegenüber, die auf der Warteliste stehen. Täglich sterben drei Menschen, die durch eine Transplantation gerettet worden wären. Was hindert uns also, noch nach unserem Tod eine letzte gute Tat zu vollbringen?
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Contra: Sarah
Natürlich wissen wir alle, dass Organspende im Grunde genommen eine gute Sache ist, dass Menschenleben dadurch verlängert werden können und dass viele Menschen meinen, ihrem Leben, dadurch einen „letzten“ Sinn zu geben.
Sobald man sich aber gegen das Thema ausspricht, stößt man auf Unverständnis und teilweise schon ein wenig Verachtung. Ich finde, dass jedem seine Meinung gelassen werden sollte und dass die Entscheidung gegen die Organspende genauso respektiert werden sollte, wie die dafür. Denn es gibt genauso viele Argumente gegen das Spenden wie dafür. Ich persönlich bin mir im Bezug auf dieses Thema nicht sicher und würde sogar sagen, dass ich eher dazu tendiere, kein Organspender zu werden.
An erster Stelle steht natürlich immer die Frage, nach dem Zeitpunkt des Todes. Erst wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod eines Spenders festgestellt haben, dürfen diesem Organe entnommen werden. Jedoch bedeutet Hirntod nicht gleich Tod. Der Mensch ist zu diesem Zeitpunkt weder tot noch lebendig. Er wird nie wieder leben können, ist aber gleichzeitig weit davon entfernt, tot zu sein. Erst die Organspende „tötet“ letztendlich den Spender, denn die Entnahme der Organe ist die Ursache für den Tod.
Versetzt man sich in die Lage des Arztes, fällt ein weiterer Aspekt auf. Wenn die Entnahme die Todesursache ist, wird der Arzt somit – überspitzt gesagt – nicht zum Mörder? Niemand würde einen Arzt je als solchen bezeichnen. Ob der Arzt jedoch selber mit dieser Gewissensfrage leben kann, ist etwas Anderes. Auf der anderen Seite unterschreibe ich dann doch sozusagen mit dem Organspendeausweis meinen eigenen Tod. Natürlich ist es im Endeffekt egal, wie wir sterben, da wir dem Tod so oder so nicht entgehen können. Aber wenn ich den Organspendeausweis mit mir herumtrage, werde ich immer wieder, wenn ich den Ausweis sehe, an den Tod erinnert. Ich glaube, dass ich damit nicht umgehen könnte, vor allem da ich noch jung bin und mich andere Dinge beschäftigen als mein Tod.
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Kommentare
es ist einfach etwas sehr sehr nices deshalb ist die Warteliste immer lang wie dieser klavierspieler
Ich stehe klar hinter der Organspende akzeptiere aber genauso diejenigen die sich dagegen entscheiden!
Organspende ist ein schändliches und für die Ärzteschaft lohnendes Geschäft.
Sonst würde einer reichen und man wird direkt in die Kiste gepackt und in den Kühlschrank geschoben 😉
Also verweigere ich mich total.
Der Beitrag wurde von der Redaktion wegen einer unwahren Tatsachenbehauptung geändert.
warum sollten Wir, die gegen einer Organspende uns aussprechen das kostbarste was Wir besitzen verschenken ? Wir haben nichts zu verschenken. Und eine Schenkung wird da nicht zur Pflicht (soviel einmal dazu) Dann bekommt vl ja noch ein Mörder oder Vergewaltiger oder ein anderer böser, jähzorniger Mensch die Chance auf ein 2tes Leben. Wir sind doch kein Ersatzteilelager ! Wo kämen wir da hin, wenn sowas abgefahrenes wie die Organspende inkl. die Transplantationsinteressen schon oberste Priorität hätte als ein Menschenwürdiges sterben. Soweit darf es niemals kommen. Ich hoffe das sehen ganz viele Menschen so, und überdenken ihre Bereitschaft zur Spende noch.
obwohl ich die Entscheidungsfreiheit in diesem Fall natürlich unterstütze, verstehe ich Ihre Beweggründe nicht. Was soll es Ihnen denn schaden, wenn Sie ihre Organe, die Sie ja nicht mehr brauchen – die werden genauso von Würmern gefressen, wenn Sie im Grab liegen, wie ihr restlicher Körper – an einen Menschen "verschenken", der dank ihnen und Ihnen eben noch nicht von genannten Würmern verspeist werden wird. Ebenso wenig müssen Sie zu der Kassiererin an der Supermarktkasse nett sein, aber es schadet Ihnen ja nicht und die Kassiererin macht es glücklich – zugegeben, der Vergleich hinkt, aber vielleicht verstehen Sie ja trotzdem, worauf ich hinauswill. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Organe an einen dermaßig schlechten Menschen anstatt an einen normalen/guten Menschen ist ja mal offensichtlich klein.
Machen Sie was Sie wollen, ich werde, sobald ich 16 bin, einen Organspendeausweis mit einem fetten JA abholen.
und finde die Contraseite mit ganz schwachen Argumenten
bestückt. Mit einer Organspende, könnte man ja sogar mehrere
Menschenleben retten, wenn man zum Beispiel Nieren und Leber spendet.
Jedoch akzeptiere ich auch Menschen, die sich ganz bewusst gegen eine
Organspende entscheiden.
Ich habe einen Spendeausweis, weiß aber nicht ob ich ihn behalte. Es würde mehr Spender geben, wenn für die Organe an die Kinder Geld gezahlt würde, denn in unserer Geselschaft ist Geld der Mittelpunkt und nichts gibt es um sonst. Warum soll ich meine Körperteile zur Verfügung stellen, das damit andere Geschäft machen?
Wenn sich das positiv ändert gibt es auch mehr Spender. Darüber sollten Politiker mal nachdenken!
Wenn man deinem Vorschlag folgt, steigt der Wert der Organe, und das wird die Misere nicht verbessern
Und vielleicht wird er ja mit deiner Leber, Lunge, Herz, Niere oder Hornhaut zu einem richtig sypmpatischen Menschen, der sich freut, dass es so gute Menschen gibt, wie du einer warst !?
Durch nicht spenden bestraft ihr die Menschen, die ein Organ brauchen und weiter leben wollen. Die Ärzte, die den Skandal zu verantworten haben, leben weiter.
Mein Sohn hat vor 9 Jahren eine Niere gespendet bekommen. Wir wissen nur, dass die Spenderin eine Frau mittleren Alters war. Und ihr glaubt gar nicht, wie dankbar wir ihr und ihren Angehörigen sind, denn ohne ihre Großherzigkeit wäre mein Sohn heute vermutlich schon tot. Und wir konnten die Ärzte nicht bestechen, denn die machten nicht den Eindruck, als das sie sich bestechen lassen würden und davon einmal abgesehen, haben wir gar nicht das Geld dafür. Also es werden nicht nur Organe an Reiche verkauft. Ich bin persönlich für eine Gesetzesänderung nämlich dem Widerspruchsrecht. Das wird unter anderem in Spanien praktiziert. Dort liegt die Spende Bereitschaft bei ca. 36 % bei uns im Durchschnitt gerade mal bei 12 %. Damit wäre der Handel uninteressant.
Zum Thema Hirntod ist zu sagen, dass doch nicht nur ein Arzt für alles zuständig ist. An der Behandlung des Patienten sind immer mehrere Ärzte aber auch Pflegepersonal beteiligt. Mit der Äußerung, dass der Hirntod vielleicht vorzeitig diagnostiziert wurde, um an die Organe zu kommen, stellt ihr alle in ein korruptes Licht. Davon einmal abgesehen, haben die meisten Patienten Angehörige. Und wenn diese sich richtig kümmern, wird nichts passieren, was nicht passieren soll. Denn Angehörige haben am Ende das letzte Wort.
Das sind meine ganz persönlichen Bedenken auf die ich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema gestoßen bin. Jeder sollte sich gründlich Informieren und dann eine Entscheidung treffen dürfen und diese sollte respektiert werden.
Du führst hier Punkte an, welche zum Überlegen anregen.
Gleich an erster Stelle möchte ich sagen, dass ich selbst meine Organe spenden würde.
Wenn ich nach der Einschätzung der zwei (unabhängigen) Ärzte eh Hirntod bin, kann man mich auch ausschlachten, um den einen oder anderen zu einem "neuen" Organ zu verhelfen.
Mich würde es im Nachhinein nur ärgern, wenn ein Trunki meine Leber bekommt, und diese wieder versaufen würde, sprich: ich erwarte schon, dass meine Organe geachtet werden und an Menschen vergeben, die es auch verdient haben.
Zum Thema Manipulation: der Arzt, der letzendlich am Patienten steht und dessen Organe entnimmt, macht nur seinen Job. Manipuliert haben die am Schreibtisch!
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man Patienten ihren (Hirn-)Tod nicht ansieht. Er ist beatmet, zeigt Herzschlag, Puls etc. Fast wie schlafend, nur unterstützt.
Passend dazu gibt es eine Argumentation im Web: "Hirntod ist eine Erfindung der Transplantationmedizin"
In diversen Foren liest man, dass zu Beginn der Organentnahme der Patient mit erhöhten Funktionswerten reagiert, sprich: man denkt, er spürt Schmerz o.ä..
Mit dem Entfernen der Organe ist dann der Tod besiegelt.(wobei ich den Arzt nicht wie Sarah als Mörder bezeichnen würde).
Auch hat der Angehörige weniger die Möglichkeit, von seinen Lieben Abschied zu nehmen, da der Patient ja im OP stirbt und es da keinen Abschiedsraum gibt, wie es auf Station der Fall ist.
Mein Fazit: wer seine Organe bedingungslos spenden würde, sollte meinen Post wieder vergessen.
Wer noch zweifelt, der sollte unbedingt "contra Organspende" goog….ln, dort liest man Erfahrungsberichte von Angehörigen, welche nie wieder die Organe von ihren Liebsten freigeben würden.
Für mich selbst:
sollte ich eher gehen als meine Frau wird es nix mit der Spende, da meine Frau gegen Organspende ist .
Hier einmal eine objektive Zusammenfassung der wichtigsten Argumente gegen eine Organspende.
Weitere Argumente wie psychologische / spirituelle Folgen für Hinterbliebene und religiöses/emotionales Geplänkel habe ich zugunsten einer stringenten Argumentation vernachlässigt. Bei Bedarf sollte jeder selbst in der Lage sein dies gegebenenfalls zu ergänzen.
1) Keine einheitliche Definition des endgültigen Todeszeitpunkts:
Die Definition des Hirntods ist höchst umstritten und bezeichnet genaugenommen den Zustand des Sterbens. Es kann nicht abschließend sichergestellt werden, dass man nach Eintritt des Hirntods wirklich kein Schmerzempfinden mehr besitzt, da das Entstehen von Bewusstsein noch weitgehend unerforscht ist. Neuronale Aktivität findet nicht ausschließlich im Gehirn statt, sondern manifestiert sich darüber hinaus in diversen Reflexen und biochemischen Reaktionen, die in vielen Zellen des Körpers anzutreffen sind, unter anderem im Darmtrakt und Rückenmark. Auch ohne religiöse Argumente ins Feld zu führen, ist Bewusstseins definitiv mehr als reine Hirnaktivität, die sich mit unserem aktuellem Wissensstand nicht endgültig erklären lässt. Eine besondere Rolle spielt diese Tatsache aufgrund der fehlenden Betäubung während der Organentnahme, sodass vermeidbares Leid für Spender nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Insekten besitzen beispielsweise ebenfalls keine Schmerzrezeptoren und könnten demnach, vergleichbar mit einem Hirntoten keinen Schmerz empfinden. Zerschneidet man ein Insekt, wird dennoch niemand bestreiten, dass man damit einem lebendem Organismus Leid zufügt. Die Frage danach ab welcher Anzahl an aktiven Körperzellen welchen Typs ein Organismus ein Bewusstsein besitzt wird kein Arzt sicher beantworten können, sodass man grundsätzlich davon ausgehen muss, einen zumindest teilweise lebendigen Organismus zu töten. Abtreibungsgegner bezeichnen bereits Föten in fühsten Zellstadien als Lebewesen, obwohl deren gesamte lebende Zellmasse nicht annähernd die eines Hirntoten erreicht. Daher kann man bei einem Hirntoten definitiv nicht von einem Toten im allgemein anerkannten Sinne reden.
2) Menschliches Versagen / Unnötiger medizinischer Eingriff / Vermeidbares Risiko:
Menschen machen Fehler. Jeder medizinische Eingriff der von Menschenhand ausgeführt wird, birgt somit prinzipiell ein gewisses Risiko für Fehler. Die Regelung, dass zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen müssen, soll dieses Risiko zwar minimieren, wird es aber praktisch nicht gänzlich ausschließen können. Die vorgeschriebenen Kriterien sind zu ungenau (Bezug zu 1) um ein sicheres Feststellen des Hirntods zu gewährleisten. Auch technische Geräte (EEG) sind nicht frei von Fehlern und es gibt bereits eine Reihe dokumentierter Fälle für solche Ärtzefehler (exemplarisch z.B. http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/unsichere-diagnose-hirntot-erklaert-und-aufgewacht). Man beachte, dass die dokumentierten Fälle des Ärzteversagens vermutlich nur die Spitze des Eisberges darstellen, da die explantierten Patienten wohl kaum in der Lage sein sollten die fehlerhafte Behandlung nachträglich zu beanstanden. Das Ausscheiden des Patienten als letzte Kontrollinstanz und die nicht vorhandene Möglichkeit, Einspruch gegen begangene Fehlentscheidungen einlegen zu können führt zu einer besonders schlechten Datenlage, sodass kaum zuverlässig beurteilt werden kann, wie hoch die Fehlerwahrscheinlichkeit tatsächlich ist. Vermutlich wird die Häufigkeit von Fehlern vergleichbar mit der regulärer Operationen sein, eventuell aber auch erheblich größer, da für tot erklärte Personen unter Umständen weniger sorgsam behandelt werden als dies bei lebenden Patienten der Fall ist. Betrachtet man die Fehlerhäufigkeit bei Routineoperationen (http://derstandard.at/1308186644833/Behandlungsfehler-Tausende-Patienten-klagen-ueber-Fehler-bei-Operationen), erhält man also eine relativ optimistische untere Schranke für die Häufigkeit von Fehleinschätzungen bei der Organtransplantation. Die relativ verhaltene Abschätzung ist bereits mehr als besorgniserregend und der zusätzliche psychologische Aspekt des Ausgeliefertseins sollte vor diesem Hintergrund durchaus nachdenklich stimmen. Eine Organtransplantation kann im schlimmsten Fall ohne Betäubung an einem Patienten durchgeführt werden, der noch bei vollem Bewusstsein ist. Statistisch gesehen ist dies mit großer Wahrscheinlichkeit bereits vorgekommen und die Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch in Zukunft solche Fehler begangen werden ist größer als Null. Jeder Organspender geht also ein äußerst geringes aber dennoch vorhandenes Risiko ein, dessen er sich bewusst sein sollte.
3) Unterdrückung der Wissenschaft
Stammzellenforschung bietet sinvollere und effizientere Alternativen zur Organspende. Während Spenderorgane das Risiko einer Abstoßung nicht ausschließen und die Empfänger lebenslang medikamentös therapiert werden müssen, können Stammzellen eine Lösung dieser Probleme sein. Das gezielte Klonen eigener Organe erübrigt die kostenintensive Suche nach passenden Spenderorganen und erhöht unmittelbar deren Verfügbarkeit. Auch im Bereich der Krebsforschung (Knochenmark,etc.) kann von der Gentechnik profitiert werden, die in Deutschland seit Jahrzehnten stiefmütterlich behandelt wurde. In Anbetracht der erheblichen Hürden, die der Stammzellenforschung in Deutschland in den Weg gelegt wurden, hinterlässt der politische Einsatz für die Organspende einen paradoxen und überaus bizarren Eindruck. Die vorhandenen Kapazitäten am Forschungsstandort Deutschland sind bei weitem nicht ausgereizt und werden sogar zunehmend abgebaut. Die Bestrebungen bessere Behandlungsmethoden zu unterdrücken gehen vor allem von konservativen Kräften aus Politik und Gesellschaft aus. Gerade unter dieser Prämisse sollten sich dieselben fragen lassen, wie deren Forderung nach Hilfbereitschaft sich mit solchem Gedankengut vereinen lässt. Die Organspende ist eine unzureichende und überholte Therapieform, die sich bereits in naher Zukunft durch Alternativen ersetzen ließe, welche keine der genannten Nachteile aufweisen. Die Verweigerung der Organspende ist damit eine Ausdrucksform des Protests, der dazu anregen sollte antiquierte Therapien durch moderne Medizin zu ersetzen. Eine Verweigerung wissenschaftlichen Fortschritts legt den Schluss nahe, dass Organspende ein billiger Lückenbüßer für kommerzielle Zwecke ist (5), mit dem man sinnvolle Investitionen hinauszuzögern versucht.
4) Korruption und bewusstes Fehlverhalten
Menschen neigen zu subjektiven Entscheidungen. Impulsive Kurzschlusshandlungen, Gefühlsausbrüche und Egoismus sind typisch menschliche Charaktereigenschaften, die zweifelsfrei das Verhalten vieler Personen bestimmen. Gerade in Grenzsituationen sind nicht wenige Leute bereit, auch mit unmoralischen Methoden um jeden Preis ihre Ziele zu erkaufen. Die Hintergründe sind in vielen Fällen schwer nachvollziehbar und auch wenn die Motivation nicht zwingend bösartiger Natur ist, ändert dies nichts an der Tatsache, dass subjektive Entscheidungen getroffen werden. Der Glaube Korruption könne durch stärkere Kontrolle vermieden werden ist eine Illusion und es können in allen Lebensbereichen Fälle ausgemacht werden, in denen Kontrollgremien wiederholt versagt haben. Die Gründe für Manipulation und willentliches Fehlverhalten sind vielfältig. Die Organspendeskandale der letzten Zeit (http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/transplantationsskandal-in-goettingen-manipulation-leicht-gemacht-1.1861321) zeigen deutlich, dass Manipulation ihren Weg findet, sofern ein Wille und Anreiz dazu besteht. Die Motivation zur Korruption reicht von Sympathie über Geld bis hin zu Fanatismus und geistiger Verwirrung. Auch wenn die meisten Menschen ihre Mitmenschen nicht als unkalkulierbare Wesen wahrnehmen wollen, können wir nicht die Augen davor verschließen, dass Moralvorstellungen für unsere Handlungen eine im Gegensatz zum Triebhaften untergeordnete Rolle spielen. Immer wieder kommen Fälle ans Tageslicht, in denen Pflegeper/innen als ‚Todesengel‘ das Leben von Patienten aufgrund eigener Moralvorstellungen beenden. Gerade im Fall der Organspende könnten die Überlebenschancen drastisch sinken, sofern der behandelnde Arzt einen ausgefüllten Organspendeausweis bei einem Patienten vorfindet. Der unbewusste Einfluss und moralische Zwiespalt, der durch die Aussicht auf Spenderorgane ausgeübt wird sollte nicht unterschätzt werden. Menschen neigen zu vorschnellen Schlüssen bzw. werden finanziell dazu motiviert, sodass letztendlich (2) zum Tragen kommt. Die emotionale Distanz und Anonymisierung des Vergabeverfahrens ist ebenfalls kein zuverlässiger Weg Missbrauch zu verhindern, da durch die so geschaffene Institutionalisierung der Macht eine missbräuchliche Nutzung sogar begünstigt wird (vgl. Milgram-Experiment). Die Intransparenz (siehe 6) und Größe der Organisationsstrukturen führt in Folge dessen zu einer Degradierung des Individuums zur lebenden Resource. In ein solches System kann kein Vertrauen gesetzt werden, da dieses höchstens so vertrauensvoll sein kann wie ihr schwächstes Glied.
5) Kommerzielle Nutzung für die Pharmaindustrie
Die gespendeten Organe werden nicht ausschließlich für Bedürftige genutzt und dienen neben der Rettung von Leben vornehmlich zur Produktion medizinischer Produkte. Der Spender kann also nicht ausschließen, dass die gespendeten Organe von der Pharmaindustrie zur Entwicklung hochpreisiger Kosmetika eingesetzt werden. Dies kommt letztendlich einem Ausschlachten der Betroffenen zugunsten eines Wirtschaftskonzerns gleich, was dem eigentlichen Prinzip der Organspende widerspricht (http://www.utopia.de/blog/nur-ein-tagedieb/organspenden-und-gewebespenden). Die Aussage ein kommerzieller Handel mit Organen finde nicht statt, stimmt somit nur bedingt. Zwar werden die Organe nicht direkt kommerziell gehandelt, die daraus erzeugten Produkte werden aber dennoch auf dem Markt vertrieben. Bei der gerne präsentierten medienwirksamen Inszenierung des Organspenders als Lebensretter handelt es sich damit leider um ein Ammenmärchen. Sofern bezüglich der Nutzung der gespendeten Organe keine Transparenz geschaffen wird (vgl. 6), kann eine kommerzielle Nutzung nicht völlig ausgeschlossen werden. Gerade im Bereich kommerzieller Nutzung besteht oft ein hohes Missbrauchspotential, welches in vielen Fällen in Korruption gipfelt (siehe 4).
6) Fehlende Kontrolle / Intransparentes Verfahren
Das aktuelle Vergabeverfahren (EUROTRANSPLANT) bietet keinerlei Möglichkeit die Vergabe der Organe an Bedingungen zu knüpfen. Nicht jeder Mensch ist bereit einem beliebigen anderen Menschen zu helfen und sich für diesen in gewisser Weise aufzuopfern. Man denke daran einem Menschen das Leben zu retten, der die eigenen Moralvorstellungen nicht teilt. Beispielsweise könnte es sich beim Empfänger des Organs um einen Menschen handeln, der sich anderen gegenüber rücksichtslos verhält (Mörder, Vergewaltiger,…) oder die Spende nicht wertschätzt. Möglicherweise benötigt der Empfänger ein Organ, weil er das eigene durch selbstzerstörerisches Verhalten zugrunde gerichtet hat. Es ist nicht sichergestellt, dass der gespendete Teil des eigenen Körpers würdevoll und im Sinne des Spenders behandelt wird. Insbesondere religiöse Menschen könnten sich deshalb gegen eine Spende entscheiden. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, das die Nutzung zu Forschungszwecken (Kosmetik) nicht ausgeschlossen werden kann und das gespendete Organ möglicherweise gegen die Interessen des Spenders kommerziell eingesetzt wird (Bezug auf 5).
Ich hoffe nicht, dass die Gesellschaft sich eines Tages in diesem Dilemmer wiederfindet, indem eines Tages eine "Organspende nicht mehr auf freiwilligen Basis, sondern zur Pflicht wird. Politisch gewollt und von den Körperschaften ausgeführt und kontrolliert. Gott bewahre uns davor ! Das Sterben gehört zum Leben dazu. Es ist etwas völlig normales. Wir müssen anfangen dies zu akzeptieren und hinzunehmen. Es gilt, das eigene Leben bewusst und jeden Tag neu zu Erleben dass man jederzeit hinübergleiten kann, und sein Leben als wertgeschätztes und vor allem als ausgefülltes Leben betrachen kann "ohne" andere Menschen zu verletzen und zu schaden. Das ist die Kunst ! Wenn es so stattgefunden hat, kann jeder Mensch gehen, wenn die Zeit kommt ohne "krankhaft" an sein Leben zu klammern und es mit aller gewalt fest halten zu müssen – einfach Loslassen kann !
Toller Beitrag an den Verfasser/in.
…wenn man ehrlich ist, sagt es der Name selbst schon! Beim festgestellten Hirntod wird allein der Tod des Gehirns festgestellt. Ob das Herz, die Lunge oder die Nieren noch leben wurde damit nicht ausgedrückt. Durch künstliche Beatmung können ja andere Organe am Leben gehalten werden, was ja auch die Grundvoraussetzung für die so beworbene Organspende ist. Somit ist das Gehirn nichts mehr, als ein Lebenswichtiges Organ, wie die Lunge oder das Herz. Sie bedingen einander gegenseitig. Wie das Gehirn, so ist auch das Herz die Grundvorraussetzung für die anderen Organe. Darum kann der Tod des Menschen nicht mit dem Tod eines einzelnen Organs (und sei es das Gehirn) erklärt werden. Fakt ist nun mal, dass ein Mensch erst dann Tod ist, wenn alles an ihm Tod ist! Ein Mensch ist in sich etwas Ganzes. Heute würde man von einem geschlossenem Ökosystem sprechen. Entweder lebt es, oder es ist tot. Ein Mensch ist demnach erst Tod, wenn das ganze System versagt hat. Wir sprechen hier über die Definition des Todes. Die Organentnahme hat sich dann nachher danach zu richten und nicht umgekehrt! Ich ändere auch nicht die Gesetze der Mathematik, damit ich auf meinem Bankkonto nach der Lohnauszahlung eine Stelle mehr habe…im Kindergarten ist es gang und gäbe, dass sich die Kinder selbst belügen…wir sollten jedoch aus diesem Alter heraus sein!!!
Prof. Dr. H.U. Gallwas (Staatsrechtler in München) schrieb ein Zitat nachdem Verabschieden des Transplantationsgesetz im Juni 1997 so: " Es ist uns letzendlich nicht gelungen, mehr Sympathie fü ein rechtlich beschütztes Sterben als für Transplantationsinteressen zu wecken, so hat die Befriedigung des Bedarfs Vorrang, vor der Würde des Sterbenden erlangt. Wir müssen mindestens auf Zeit damit leben, dass wir uns nur im Einzellfall durch einen Widerspruch gegen diese moderne Form von Kanibalismus wehren können. Verfasst am 22.10.1997 *Zitatende
Es ist erschreckend wie weit die Gesellschaft schon abgewrackt, abgewirtschaftet und in einem totalen desolaten Zustand ist, um jetzt schon Gespräche zu suchen, Disskusionen vom Zaun zu brechen die evtl ein Gesetz erlassen – dass jeden potentiellen Spender in die Pflicht nimmt Organe abzutreten. Den Angehörigen wird der letzte Abschied genommen, und in der schwersten Zeit indem man sein Kind frei gibt für die Entnahme – nicht bevor es seinen letzten Atemzug getan hat, ihm beisteht, verhindert ein menschenwürdiges sterben. Diese Leute machen sich ein Leben lang Vorwürfe. Bedenkt doch bitte auch mal die Kehrseite die der im sterben liegenden und die der betroffenen Angehörigen, und geht damit kritisch ins Gericht. Es wird suggeriert, man könne ja nach dem Tod noch gutes tun. Das ist mit Nächstenliebe nicht gleichzusetzen und auch völlig "Fehlplaziert" in soeinem sensiblen Moment wie die des sterbens. Ärzte sind auch "nur" Menschen mit Fehlern. Sie treffen größere Entscheidungen als Wir ?! Niemad darf sich über das Leben stellen – und erst recht nicht über den Tod eines Menschen.
Der Tod hat für mich seinen schrecken verloren, und ist nur das körperliche Ende, wir aber in einer anderen Daseinsform weiterexistieren. Unser Gehirn produziert unser Bewusstsein nicht. Es kann die Erfahrung unserer subjektiven Wirklichkeit nur ermöglichen, aber nicht erschaffen. Es fungiert eher als "Schnittstelle" zu unserem Bewusstsein. Wie ein Fernseher, der aus ist aber die Programme trozdem noch weiterlaufen. Für mich ist das Gehrin eine Art "Empfänger." Es empfängt Bewusstsein – was nicht hergestellt wird, sondern was praktisch überall ist. Es ist also keine herstellende Funktion. Unser Gehirn überträgt Informationen von unserem Körper und unseren Sinnen auf das Bewusstsein Und solange unser Bewusstsein mit unserem Körper verbunden ist, können wir die Welt nur über unsere Sinne wahrnehmen.
Wir haben einen Körper – Doch wir sind Bewusstsein. Es ist faktisch nicht messbar, man kann es nicht untersuchen und festhalten, Es bleibt unendeckt für die vielen Mediziner, Forscher und Wissenschaftler wohl zum übel. Aber es ist da ! Man wird niemals nachweisen können was Menschen mit einer irreversiblen Schädigung am Gehirn noch für Bewusstseinsempfindungen haben. Auch wenn sich der Rest vom Körper schon längst verabschiedet hat….. Denn an der Schwelle des Todes weist sich eine andere Dimension des Daseins auf, die ebenso unerklärlich und ein Rätzel aufgibt wie die des Tabuthemas: "Gibt es eine Existenz nach dem Tod" ? Bleibt von uns etwas ? Ich persönlich sage JA.
[von Redaktion geändert. Bitte keine Kraftausdrücke, danke!]
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